Rettungseinsatz am Bahnhof Idar-Oberstein

Veröffentlicht am: 27.02.2020

Für Aufregung sorgte ein Rettungseinsatz am Bahnhof Idar-Oberstein am späten Mittwochnachmittag: Ein Patient mit Grippesymptomen wurde ins Klinikum Idar-Oberstein eingeliefert, das nun eine Coronavirus-Infektion ausschließen will. Im Laufe des Donnerstags soll das Ergebnis vorliegen.

Der Verdacht auf Coronavirus kam auch deshalb auf, weil der im Saarland wohnende Mann in den letzten Tagen geschäftlich in Italien zu tun hatte – jenem Land, das nach China und Südkorea von der Epidemie mit Abstand am stärksten betroffen ist. Allerdings hielt er sich in der Region Apulien auf, in der kein einziger der bislang 400 Coronavirus-Fälle in Italien aufgetreten ist. Bereits am Samstag suchte er in Süditalien einen Arzt auf, der ihm „grünes Licht“ für den Heimflug von Bari nach Frankfurt mit Zwischenlandung in Mailand gab. In Frankfurt stieg er um 14.23 Uhr in den Regionalexpress Richtung Saarbrücken ein und versuchte später telefonisch, seine Einlieferung in ein Krankenhaus zu erreichen. Dabei landete er bei einer Hotline, die den Rettungseinsatz in Idar-Oberstein einleitete, an dem Bundespolizei, Polizeiinspektion Idar-Oberstein und das DRK beteiligt waren. Während zwei Rettungssanitäter unter Vollschutz den Patienten aus dem Zug in den Rettungswagen verbrachten, nahmen die Leiterin des Gesundheitsamts des Landkreises Birkenfeld und der Leitende Notarzt die Personalien der 40 Fahrgäste auf, die sich in dem Großraumabteil befanden. Alle werden direkt informiert, sobald das Testergebnis vorliegt. Nach zwei Stunden Stopp in Idar-Oberstein konnte der Zug gegen 18 Uhr weiterfahren. 30 ehrenamtliche Helfer der Schnelleinsatzgruppen Sanitätsdienst, Betreuung und Verpflegung hielten sich bereit, um sich um die im Zug verbliebenen Menschen zu kümmern.

„Weil es nicht um einen Verdachtsfall nach den Richtlinien des Robert Koch Instituts handelt, bestand kein Anlass für ein Quarantäne“, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamts, Diana Thiel. Nach ihren Worten haben Rettungskräfte, Vlexx und Deutsche Bahn hervorragend zusammengearbeitet.