Impfpflicht auch für Hobbygeflügelhalter

Autor: Abt. 8 Veterinärwesen
Veröffentlicht am: 23.07.2018

Das Veterinäramt informiert:
In Belgien und Luxemburg kam es zwischen April und Juni 2018 zu insgesamt 6 Fällen von Newcastle Disease (ND) bei Hobbygeflügel. Als Ansteckungsquelle wird eine Ziergeflügelschau in Belgien vermutet.
Die Newcastle Disease (Newcastle-Krankheit), auch atypische Geflügelpest genannt, ist eine anzeigepflichtige, hochansteckende Viruskrankheit von Hühnern und Puten, aber auch andere Vogelarten sind empfänglich, können das Virus in sich tragen, verbreiten und unter Umständen auch selbst erkranken.
Die Newcastle-Krankheit richtet nicht nur bei den erkrankten Tieren selbst großen Schaden an. Sie führt auch zu schweren wirtschaftlichen Folgen für Tierhalter und ganze Regionen. Betroffene Tierbestände müssen sofort getötet werden, großräumige Sperren um den Seuchenherd werden errichtet. Aufgrund von Handelsbeschränkungen kommt es zu schwerwiegenden Problemen im Absatz von Tieren und ihren Produkten auf dem Markt.
In diesem Zusammenhang weist das Veterinäramt auf die bestehende Impfpflicht für alle Hühnervögel (Hühner und Puten) gegen die Newcastle Krankheit.
Vorbeugend müssen alle Geflügelhalter - auch Hobbytierhalter - ihre Tiere regelmäßig durch einen Tierarzt gegen die Newcastle-Krankheit impfen lassen. Die Impfung ist in solchen Abständen zu wiederholen, dass im gesamten Bestand eine ausreichende Immunität aller Tiere gewährleistet wird. Die Impfhäufigkeit wird vom Impfstoffhersteller vorgegeben. Über die durchgeführten Impfungen ist ein Nachweis zu führen. Zuwiderhandlungen gegen die Impfpflicht und fehlende Nachweisführung können als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße geahndet werden
Tierimpfstoffe dürfen generell nur an gewerbs- oder berufsmäßige Tierhalter abgegeben werden. Entsprechend muss die Impfung von Rasse- und Hobbygeflügel gegen die Newcastle-Krankheit vom Tierarzt durchgeführt werden.
An dieser Stelle wird auch nochmals darauf hingewiesen, dass alle Geflügelhaltungen gemäß § 26 Abs. 1 ViehVerkV dem zuständigen Veterinäramt anzuzeigen sind. Sofern man Geflügel hält ohne dies vorher dem Veterinäramt angezeigt zu haben, kann dies mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 € geahndet werden.