Chinesischer Botschafter besuchte Birkenfeld

Veröffentlicht am: 10.11.2017

 

Besuch chin Botschafter 2017

Der Botschafter beim Eintrag ins Goldene Buch des Landkreises.

In Birkenfeld und Hoppstädten-Weiersbach, auf dem Oak Garden am Umwelt-Campus, war der chinesische Botschafter in Berlin, Shi Mingde, den ganzen Donnerstagmorgen zu Gast. Als „große Ehre“ empfand es Landrat Dr. Matthias Schneider, den obersten ständigen Repräsentanten des bevölkerungsreichsten Lands der Welt im Festsaal der Kreisverwaltung begrüßen zu dürfen. Entscheidenden Anteil daran hatte die Bundestagsabgeordnete Antje Lezius, die den Besuch einfädelte, der für Schneider neben dem diesjährigen ostasiatischen Weltwirtschaftsforum auf dem Umwelt-Campus „das zweite große Highlight in diesem Jahr“ darstellt.

Zudem verdeutlichte der von den freundlichen, leistungswilligen und leicht integrierbaren Chinesen begeisterte Kreischef die atemberaubende Entwicklung im Oak Garden unter der Regie von Jane Hou und Andreas Scholz binnen sechs Jahren. Nicht durch die rund 250 Gewerbebetriebe im Umfeld, sondern auch auf dem Wohnungsmarkt, den sie mit vielen Neubauten und Ankäufen beleben, geben die 700 Kreisbewohner aus Fernost wertvolle Impulse. Dieses Engagement unterstützt der Landkreis, der in China bereits fünf Kontaktbüros unterhält. Von einer „stolzen Bilanz der Zusammenarbeit“ sprach Schneider, der dem Botschafter „viel Glück bei der Erfüllung des chinesischen Traums“ wünschte und sich damit an eine jüngst gehaltene Rede des chinesischen Staatspräsidenten anlehnte.

 „Von den Wirtschaftsbeziehungen profitieren beide Seiten“, betonte MdB Lezius, die es als ihre Aufgabe betrachtet, „Brücken zwischen Berlin und meiner Heimat zu schlagen“, und resümierte: „Der Oak Garden wächst und gedeiht.“

„Hier haben alle Rädchen positiv ineinandergegriffen“, befand Dr. Bernhard Alscher, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld, der auch die günstige Lage „im Herzen Europas“ hervorhob und die gute deutsch-chinesische Zusammenarbeit der Erzieherinnen bzw. Kindertagesstätten schilderte. Auf Direktverbindungen vom nur 45 Minuten entfernten Flughafen Hahn nach China hofft der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Michael Dietz, der die hiesige Region vorstellte und das gute Miteinander der Behörden und Institutionen wie der IHK bestätigte.

Erst als zweite Schule in Rheinland-Pfalz strebt das Gymnasiums Birkenfeld an, das internationale Abitur anzubieten, berichtete Oberstudiendirektor Dietmar Fries, der auf die noch zu leistende Vorarbeit und die hohen Hürden hinwies.

„Heute macht China jeden Tag Schlagzeilen in den Medien, ob negativ oder positiv“, sagte Botschafter Shi Mingde. „Vor 40 Jahren war China ein armes, rückständiges Land“, blickte der prominente Gast zurück. Inzwischen erwirtschafte es nach den USA das zweithöchste Bruttoinlandsprodukt, was ein Garant für Wohlstand und Stabilität auf der Welt sei. Für Deutschland ist die Volksrepublik mittlerweile der wichtigste Handelspartner. Bis heute habe Deutschland im „Reich der Mitte“ Investitionen von 80 Milliarden getätigt, umgekehrt ist es nur ein Zehntel, erklärte der Diplomat in perfektem Deutsch: „Früher hatten wir kein Geld dafür.“ Ein chinesischer Tourist in Deutschland gibt heute täglich im Schnitt 800 bis 900 Euro aus, sprach der 62-Jährige einen weiteren Wirtschaftsfaktor an. Verbesserungsbedarf sieht der studierte Germanist, der seit 28 Jahren auf deutschem Boden lebt und arbeitet, bei den Visa: „Unternehmer werden behandelt wie Immigranten.“

Nach einer Besichtigung des Oak Garden skizzierte ICCN-Geschäftsführer Andreas Scholz die schwierigen Anfänge mit einer unzureichenden Infrastruktur in der ehemaligen US Housing Area und die aktuelle Situation des in Europa einzigartigen chinesischen Brückenkopfs. Dieser setzt nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf Bildung – siehe das erfolgreiche „Freshman“-Programm in Kooperation mit dem Umwelt-Campus – und Sportaustausch, zum Beispiel deutsch-chinesische Fußballcamps.