Agrarförderung

Im Dezember 2013 wurde die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union beschlossen. Hierdurch soll die Landwirtschaft in Europa ökologischer und nachhaltiger werden sowie verlässliche und stabile Rahmenbedingungen für die kommenden Jahre erhalten. Mit den bereitgestellten Mitteln werden sowohl die Landwirte als auch die ländlichen Regionen gefördert.

Ab 2018 kann ein Agrarförderantrag nur noch in Form eines elektronischen Antrags (eAntrag) gestellt werden. Dieses Antragsverfahren basiert ausschließlich auf Grundlage von Luftbildern. Einmessung und Beantragung der bewirtschafteten Flächen erfolgt digital. Die bisher abgedruckten Flächenangaben auf dem Flächennachweis (oder auch in Pacht- und Verkaufsverträgen) sind nicht mehr ausschlaggebend für eine Förderung. Relevant ist die tatsächliche Bewirtschaftungsgröße, wie sie auf den Luftbildern erkennbar ist.

Welche Vorteile hat der eAntrag?
Der bisherige Aufwand, die Flächengrößen einzutragen und per Hand die Skizzen in den Karten einzuzeichnen, wird mit einem Schritt erledigt. Mit der Digitalisierung der Flächen wird automatisch die Flächengröße berechnet.

Die Software berechnet für den Nutzer die ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) und die Anbaudiversifizierung (ADV). So können Sie immer aktuell überprüfen, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen.

Ihr Antrag wird sowohl hinsichtlich der Antragsflächen als auch der Angaben im Gemeinsamen Antrag (GA) auf Plausibilität geprüft. So ersparen Sie sich Mehraufwand, da Fehler bei der Antragstellung bereits im Vorfeld ersichtlich sind.

Den vollständigen e-Antrag können Sie bequem über die Software an die Kreisverwaltung senden. Dort kann dieser in ein Bearbeitungssystem eingelesen werden und somit schneller für Sie bearbeitet werden.
 

Hinweis:

Wissenswertes rund um den eAntrag findet man das ganze Jahr über auf der Internetseite des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR).

Dienstleistungszentrum ländlicher Raum eAntrag Externer Link - Neues Fenster

Förderungen

Die Förderung verteilt sich auf zwei Säulen.

1. Säule: Basis-, Greening-, Umverteilungs- und Junglandwirteprämie

Im Rahmen der ersten Säule erfolgt bei Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen die Förderung in Form von Direktzahlungen an die Landwirte.

Direktzahlungen
In Deutschland gibt es vier Förderverfahren der Direktzahlungen ab 2015:

  1. An erster Stelle steht die Basisprämie. Im Jahr 2015 wird je Hektar (ha) bewirtschafteter Fläche je ein Zahlungsanspruch (ZA) unentgeltlich neu zugeteilt. Zur Aktivierung eines Zahlungsanspruches ist jeweils die Bewirtschaftung eines Hektars landwirtschaftlicher Fläche erforderlich – nur im ZA-Zuteilungsjahr 2015 sind Anzahl der Zahlungsansprüche und Umfang der bewirtschafteten Fläche zwangsläufig identisch. Die Förderhöhe ergibt sich auf Grundlage vorhandener, aktivierter Zahlungsansprüche. Die Zahlungsansprüche unterscheiden sich im ausgewiesenen Wert zwischen den Regionen. In Rheinland-Pfalz wird der Wert bei ca. 150 € je ZA im Jahr 2015 liegen. Bis zum Jahr 2019 wird die Höhe der ZA auf rund 175-180 Euro bundesweit einheitlich angeglichen.
  2. Die Ökologisierungsprämie (Greeningprämie) wird für konkrete Umweltleistungen (Greening) gewährt. Mit dieser Förderung werden Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe für Klimaschutz, Erhaltung von Arten, vielfältige Kulturlandschaften und eine nachhaltige Produktion unterstützt. Das Greening setzt sich aus den drei Komponenten Dauergrünlanderhaltung, der Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen (Anbaudiversifizierung) und Bereitstellung ökologischer Vorrangflächen (ÖVF) auf fünf Prozent des Ackerlandes (z.B. Brache, Terrassen, Pufferstreifen, Landschaftselemente) zusammen. Je nach betrieblichen Gegebenheiten können alle, einzelne oder auch keine der Maßnahmen zutreffen. Sofern keine Verstöße gegen zutreffende Vorgaben erfolgen, wird eine einheitliche Prämie von 85-90 € je ZA gewährt. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben erfolgen entsprechende Kürzungen und ab dem Jahr 2017 weitere Sanktionen.
  3. Bei der Umverteilungsprämie erhalten alle Betriebe für die ersten 30 ZA zusätzlich jeweils etwa 50 €, für weitere 16 ZA jeweils etwa 30 €. Durch den Wegfall bisheriger Regelungen über Degression und Kappung wird hierdurch ein Ausgleich für kleine und mittlere Betriebe geschaffen.
  4. Die Junglandwirteprämie wird bis 90 ha bewirtschafteter  landwirtschaftlicher Fläche gewährt, sofern der Antragsteller bei erstmaliger Antragstellung nicht älter als 40 Jahre ist und sich längstens seit fünf Jahren in einem Betrieb niedergelassen hat. Die Förderhöhe wird etwa 44 € je ZA betragen und kann längstens fünf Jahre gewährt werden.


2. Säule: Agrarumweltprogramme  

Die Gemeinsame Agrarpolitik hat als zweites wesentliches Ziel die Zukunft für die Menschen im ländlichen Raum attraktiv zu gestalten. Zu deren Umsetzung wurde der Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) geschaffen. Dies wird landläufig als zweite Säule bezeichnet. Auf Grund der Ansätze sind mit der Umsetzung verschiedene Institutionen bzw. Behörden betraut.

Die Themenbereiche in ELER (freiwillige Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen der Landwirtschaft, Stärkung landwirtschaftlicher Betriebe durch Investitionen, Tourismusförderung, Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Gebieten sowie lokale Dorfentwicklungsprojekte, Förderung im Rahmen des LEADER-Ansatzes für die Unterstützung der ländlichen Entwicklung) werden durch unterschiedliche Institutionen und Behörden umgesetzt.


Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM): EULLa

Das neue Programm „Entwicklung von Umwelt, Landwirtschaft und Landschaft (EULLa)“ gründet auf das rheinland-pfälzische „Entwicklungsprogramms Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung (EULLE)“ und übergeordnet auf die „freiwillige Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen der Landwirtschaft“ nach ELER. EULLa ist das Nachfolgeprogramm der Vorgängerprogramme „Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL bzw. FUL 2000)“ und „Programm Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa)“. Der Förderzeitraum für diese Vorgängerprogramme läuft spätestens Ende 2018 aus. Programme der 2. Säule sind kofinanziert, das bedeutet, dass das Land Rheinland-Pfalz seinen Anteil an der Förderprämie entrichten muss, bevor die EU ihren Anteil leistet. Die Förderprämien sind als Ausgleich für Einkommensverluste aus der Extensivierung konzipiert.

Anträge auf Teilnahme in EULLa sind grundsätzlich Voraussetzung für eine Förderung. Die Antragszeiträume hierfür und beantragbare Programmteile werden situationsabhängig durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau festgelegt. Derzeit kann kein derartiger Antrag gestellt werden – bei möglicher Beantragung wird dies entsprechend bekannt gegeben.

Nach Vorliegen der Antragsvoraussetzungen und zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln können Fünf-Jahres-Bewirtschaftungsverträge mit dem Land Rheinland-Pfalz geschlossen werden. Diese sind dann die Basis für die Prämiengewährung auf Grundlage der jährlich zu stellenden Weitergewährungsanträge. Zurückliegend war eine Beantragung zu folgenden Programmteile möglich:

  • Ökologische Wirtschaftsweise im Unternehmen, 
  • Anlage von Saum- und Bandstrukturen,
  • Umwandlung von Acker in Grünland,  
  • Anlage von Gewässerrandstreifen, 
  • Beibehaltung von Untersaaten und Zwischenfrüchten über den Winter, 
  • Umweltschonende Grünlandbewirtschaftung im Unternehmen und tiergerechte Haltung auf Grünland, 
  • Vielfältige Kulturen im Ackerbau,
  • Vertragsnaturschutz Grünland,
  • Vertragsnaturschutz Kennarten, 
  • Vertragsnaturschutz Acker, 
  • Vertragsnaturschutz Streuobst.

Weitere angebotene Programmteile waren für den Kreis Birkenfeld ohne Bedeutung.

Erstaufforstungsprämien (EAFP)

Hierbei handelt es sich um ein auslaufendes Altverfahren. Die Prämiengewährung erfolgt als Beihilfe im Rahmen des Ausgleichs von Einkommensverlusten aufgrund der Aufforstung bislang landwirtschaftlich genutzter Flächen für das Unternehmen. Die Förderung erfolgt nach jährlicher Antragstellung auf Weitergewährung. Eine Teilnahmebeantragung dieser Fördermaßnahme für neu aufgeforstete Flächen ist nicht mehr möglich.

Links

Anlagen und Anträge:

Weitere Links und Beratungsstellen:









zuständiges Amt:

Friedrich-August-Str. 15 (Maler Zang Haus)
Straße:
Friedrich-August-Straße 15
PLZ/Ort:
55765 Birkenfeld






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