Erfolgreicher Festakt "20 Jahre PSAG"

Veröffentlicht am: 11.11.2016

Festakt 20 Jahre PSAG

Die Trommelgruppe des GPZ.

Auf reges Interesse stieß die Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Psychosozialen Arbeit im Landkreis Birkenfeld bei den über 100 Besuchern.  An den 12 Informationsständen der Einrichtungen und Dienste fand ein lebhafter Informations- und  Erfahrungsaustausch statt, das Gemeindepsychiatrische Zentrum (GPZ) hatte mit einem leckerem Kuchenbuffet für das leibliche Wohl gesorgt und zudem mit der Trommelgruppe mit „We will rock you“  einen kraftvollen Auftakt bei der Eröffnungsveranstaltung geboten. Nach der Begrüßung durch Landrat Dr. Matthias Schneider und Amtsärztin Diana Thiel berichtete Klaus Lukas als ehemaliger Psychiatriekoordinator  von den Anfängen der Gemeindepsychiatrie Mitte der 90er Jahre. Durch einen engagierten Einsatz konnte seinerseits der Aufbau der Versorgungsstrukturen mit dem  Gemeindepsychiatrischen Zentrum, der Werkstatt für psychisch kranke Menschen und  dem Betreuten Wohnen zügig umgesetzt werden. 

Dr. Richard Auernheimer referierte bei seinen Perspektiven der Gemeinde-psychiatrie, dass er sich mehr Inklusion bei der beruflichen Teilhabe und mehr Arbeitsplätze auf dem 1. Arbeitsmarkt erhoffe, wozu das Budget für Arbeit beitragen könne. Für chronisch psychisch kranke Menschen soll mit Hilfe einer persönlichen Assistenz  ein möglichst selbstbestimmtes Leben in einer selbst gewählten Wohnform möglich sein. Stigmatisierung sollte weiterhin abgebaut und Ressourcenorientierung gefördert  werden. Aber nicht jede Auffälligkeit solle dem Bereich der psychischen Erkrankung zugeordnet werden. In der anschließenden, von Christa Grupe als Sprecherin der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft moderierten Podiumsdiskussion wurde eindringlich  deutlich,  dass auch zukünftig weitere brisante Themen  zu bearbeiten sind. Laut Dr. Ulrich Frey vom Klinikum Idar-Oberstein gibt es für Menschen mit intensivem Betreuungsbedarf nicht genügend geeignete stationäre Plätze. Günther Weinz, Caritasverband, merkte an, dass die Finanzierung der präventiven Kindergruppe nicht ausreichend ist und eine Psychiatriekoordination mit Stellenanteilen als wichtiger Ansprechpartner für die Dienste erforderlich sei. Laut Gabriele Lorber, rechtliche Betreuerin beim SkFM, gibt es bei Menschen in der Substitutions-behandlung eine gravierende ärztliche Versorgungslücke. Diese müssten inzwischen täglich bis wöchentlich  weite Fahrwege in Kauf nehmen, was in vielen Fällen eine unzumutbare Härte bedeute. Weiterhin erläuterte sie, dass die stationäre medizinische Betreuung von Demenzkranken in der Akutpsychiatrie den spezifischen Bedürfnissen dieser Menschen nicht gerecht werde.

Esther Horbach vom Fachdienst selbstbestimmtes Wohnen vermisste Arbeits-und Beschäftigungsmöglichkeiten unterhalb eines regulären Arbeitsplatzes und Martina Becker von der Lebenshilfe bestätigte, dass es im Bereich „Arbeit und Beschäftigung“ einiges an Handlungsbedarf gibt. Der sich im Sitzungssaal anschließende Vortrag „Psychische Erkrankungen von A-Z – wesentliche Merkmale und was hilft wem?“  von Chefarzt  Dr. Ulrich Frey war mit über 40 Teilnehmenden ebenfalls gut besucht, was deutlich macht, dass es noch immer einen erheblichen Informationsbedarf über das Wesen von und den Umgang mit psychischen Erkrankungen gibt.

Eine musikalische Unterhaltung des Pianisten Hemmi Donie und der AWO-Mitarbeiterin Heidrun Koch rundeten die vielseitige und sehr gelungene  Veranstaltung  ab.