Mehr Tourismus für Herrstein -

Veröffentlicht am: 28.10.2009

Herrstein Info Besuch LR
Wie kann Herrstein noch mehr Touristen mobilisieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Treffens von Landrat Axel Redmer mit dem neuen Ortsbürgermeister Reiner Schäfer und sechs Gemeinderatsmitgliedern.

„Wir wollen unseren historischen Ortskern attraktiver machen“, bekundete der „OB“. Aus der Sicht von Landrat Redmer ist eine ausgefeilte Strategie notwendig, um dieses Ziel zu erreichen und ganze Busgesellschaften anzulocken: „Wir brauchen Perspektiven für eine Folgenutzung und Anziehungspunkte, um die Besucher mindestens einen halben Tag in Herrstein zu halten.“ Ein Alleinstellungsmerkmal als Künstler- und Handwerkerdorf des Hunsrücks würde zu einer weitaus stärkeren Wertschöpfung führen, meinte der Kreischef. Als Möglichkeit regte er die konzentrierte Ansiedlung von altem Handwerk in von der öffentlichen Hand erworbenen Immobilien an, in denen jeweils ein Raum musealen Charakter hätte. „Wir stehen Gewehr bei Fuß, wenn gewünscht wird, dieses einzigartige Ensemble als Denkmalzone auszuweisen“, bekräftigte Redmer die Bereitschaft der Kreisverwaltung, die überwiegend von alten Menschen bewohnten 60 Fachwerkhäuser förmlich unter Schutz zu stellen.

„Wir haben im gesamten Ortskern nur einen Leerstand“, berichtete Schäfer, der außerdem die Pläne für das Haus Lind im Schlossweg erläuterte: In dem Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert ist nach Abschluss der Sanierung durch die Handwerkskammer Koblenz unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Belange eine Nutzung für handwerkliche, kulturelle und touristische Zwecke vorgesehen – mit einem Handwerkerhof als Zentrum. Am Rathausplatz entsteht eine Schmiede. Da die Zuschüsse vom Land für das regionale Kulturerbe in Zukunft nicht mehr wie früher fließen, sind clevere Ideen mehr denn je gefragt, verdeutlichte Redmer. Um Unterstützung bat Ortsbürgermeister Schäfer bei einer Ruine zwischen heimatkundlichem Museum und Uhrturme: Das Haus, von dem nur noch die Außenmauern übrig geblieben sind, müsse abgerissen werden.

Dass der 800-Einwohner-Ort schon jetzt ein beachtliches Potenzial anzieht, zeigte sich im Café Zehntscheune, wo sich der Gemeinderat mit dem Landrat und dem Leiter der Kommunalaufsicht bei der Kreisverwaltung, Ralph Dietz, traf: Zur Mittagszeit war die Gaststätte voll besetzt – und das Mitte Oktober. Dazu trägt auch die im Amtsort beginnende Traumschleife, der Mittelalterpfad, bei.