Lob und Kritik beim Jahresempfang -

Veröffentlicht am: 21.02.2008

Kreishandwerksmeister und Landrat beleuchteten traditionsgemäß die Lage

Gewohnt fröhlich war der Auftakt des Jahresempfangs der Kreishandwerkerschaft Birkenfeld im vollbesetzten Festsaal der Kreisverwaltung. Der Handwerkerchor unter der Leitung von Friedel Schmidt stimmte mit gekonnten Vorträgen auf die Veranstaltung ein, zu der Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher die Gäste begrüßte, unter ihnen auch Hausherr Landrat Axel Redmer.

Der Kreishandwerksmeister würdigte in seiner Ansprache das Engagement seiner Kollegen im Ehrenamt und lobte das Subsidiaritätsprinzip als Hilfe zur Selbsthilfe. Kritik übte er allerdings über die „Wahrnehmung der Interessen auf europäischer Ebene". Die Handwerker fühlten sich hier allein gelassen, betonte Aulenbacher. Seinen ausdrücklichen Dank richtete er an Landrat Axel Redmer, der sich gemeinsam mit den Bediensteten der Kreisverwaltung ebenso wie der Landtagsabgeordnete Hans Jürgen Noss und Oberbürgermeister Bruno Zimmer für den Erhalt der Kreishandwerkerschaft eingesetzt habe.

Als „falsches Signal" bezeichnete Eric Aulenbacher die Erhöhung der Gewerbesteuer in der Stadt Idar-Oberstein. Er sieht darin „eine Gefahr, Gewerbebetriebe zu verlieren" und hofft, dass Vorgänge wie bei Nokia in Bochum bei uns nicht vorkommen, blickte er über die Kreisgrenzen hinaus.

„Zum Glück haben wir kein Nokia", griff Landrat Redmer den Gedanken des Kreishandwerksmeisters in seinem Grußwort auf. „Wir wollen keine verlängerten Werkbänke von Großkonzernen haben, nur um Subventionen zu kassieren", begründete er seine Aussage. Die Arbeitsmarktzahlen zeigten, dass man an der oberen Nahe auf dem richtigen Weg sei. Dies machte er anhand eines Vergleichs mit dem fast gleichauf liegenden Kreis Bad Kreuznach deutlich.

„Wenn Sie Anhaltspunkte dafür haben, dass an Ausschreibungen beteiligte Firmen sich nicht an die Mindestlöhne halten, sollten Sie dies der Kreisverwaltung umgehend melden", appellierte Redmer an die Firmeninhaber. So könnten Nachteile für heimische Firmen vermieden werden.

Kritik übte der Kreischef an politischen Aschermittwochsritualen. Entschieden wandte sich der Landrat dagegen, den Kreis und sein direktes Umfeld schlecht zu reden.. So sei der Hahn kein Provinzflughafen, sondern ein Jobmotor. Sinnvoll sei es auch beim Ausbau der B 41 nicht darüber zu lamentieren, ob er nach Osten oder Westen mehr Befürworter findet, sondern zu schauen, wo es Planungen und Baureife gibt. Dies gelte auch für den Ausbau der Hunsrückspange.

Gute Arbeit sei über die Parteigrenzen hinweg in der Schulpolitik geleistet worden, wies Redmer auf die anstehende Schulreform hin. Im Hinblick auf die Verwaltungsreform gelte es, Stärken herauszuarbeiten, um den Kreis zu erhalten. „Wir sind leistungsfähig", betonte Redmer. „Nur wenn wir dies deutlich machen, sind wir ein guter, starker Partner bei der Verwaltungsreform", appellierte er an alle, aktiv zu werden.

Kreishandwerkerschaft jahresempfang
Mehr als 100 Geäste begrüßte Kreishandwerksmeister Eric Aulenbacher (3.v.re.) im festsaal der Kreisverwaltung. Kritik und Lob standen im Mittelpunkt seines Berichts und im Grußwort von Landrat Axel Redmer.